
(2/2) Ihr bester HR-Mitarbeiter: Die gelungene Karriereseite der Kanzlei-Website
5 Anforderungen an eine Kanzlei-Karriereseite, die Recruiting-Erfolge erzielt
Moderne Karriereseiten sehen sich nicht als reine Information über die Kanzlei, sondern als ein Kommunikationsweg mit Kandidaten. Folgende fünf Standards sollte jede Seite erfüllen, die auf offene Stellen in einer Steuerkanzlei aufmerksam machen soll:
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Alle Fragen werden beantwortet, bevor ein Bewerber sie stellen muss. Inklusive der Zusätze, wie der Arbeitsalltag aussieht, welche Erwartungen gepflegt werden, welche Tools und Lösungen genutzt werden und was die Kanzlei anders macht als andere.
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Werte und Haltung werden transparent kommuniziert. „Wir sind eine große Familie und ganz modern“ schreckt eher ab. „Wir arbeiten digital, papierarm und ergebnisorientiert mit dem Fokus auf Mitarbeiterzufriedenheit“ ist aussagekräftig.
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Bewerber müssen keine Barrieren überwinden, keine meterlangen Formulare ausfüllen oder Lebensläufe händisch eintragen, Fotos beilegen oder zwingend bestimmte Dinge ankreuzen/auswählen. Kurzbewerbung ohne Lebenslauf reicht für den Erstkontakt.
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Nicht nur aufgrund des Entgelttransparenzgesetzes, sondern auch aufgrund von Respekt vor den Bewerberinnen und Bewerbern und deren Aufwand bei einer Bewerbung sollten Gehälter sauber und missverständnisfrei kommuniziert werden.
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Die Karriereseite ist nicht nur über die Top- und die Footernavigation auffindbar, sondern auch über einen expliziten Hinweis im Startbereich und wird in die gesamte Online-Kommunikation integriert: Die Inhalte von Social, SEO und Portalen stärken sich gegenseitig und alle sollten die gleiche Botschaft und Bildsprache haben.
Viele Karriereseiten sind leider immer noch nichts weiter als digitale Stellenanzeigen mit Aufgabenlisten. Manche reihen Worthülsen aneinander, die ChatPT ausgespuckt hat, die glatt und professionell klingen, aber tatsächlich nur mangelnde Wertschätzung für Bewerber spiegeln. So wird sich niemand mit einer Kanzlei als potenzieller Arbeitgeber identifizieren können. Generische Formulierungen wie „flache Hierarchien“ oder „tolles Arbeitsklima“ sagen außerdem sowieso nichts aus, wenn keine konkreten, mit echten Menschen untermauerten Beispiele folgen.
Was noch dazukommt: Egal wie viele Infos Sie gerne im Vorfeld hätten, Bewerber haben wenige Lust auf aufwändige Vorabprozesse. Lange Formulare sind nervig und hinderlich, weil die meisten heute erst einmal mit dem Smartphone auf den Seiten unterwegs sind.
Bewerber recherchieren gründlich, aber sie wollen nicht zusätzlich noch Detektivarbeit leisten müssen, um grundsätzliche Dinge über eine Steuerkanzlei herauszufinden. Machen Sie den Handwerkertest (Sie kennen das ggf. als Hausfrauentest) und fragen Sie einen branchenfremden Menschen, was ihr oder ihm bei den Infos auffällt und gegebenenfalls noch fehlen würde, um sich zu bewerben. Fragen Sie auch Ihr Team und geben Sie wirklich alles an, was typischerweise in Vorstellungsgesprächen abgefragt wird.
Transparenz erzeugt Vertrauen und filtert ganz praktisch auch gleich jene Bewerber weg, die andere Vorstellungen haben. Außerdem passt der Schuh auch andersherum: Wenn Bewerber Dinge fragen, die bereits auf der Karriereseite stehen, sind sie entweder nervös (nicht schlimm) oder haben sich nicht gut vorbereitet (durchaus „bemerkenswert“).
Fazit: Ihre Karriereseite kann Ihre beste HR-Mitarbeiterin werden
Wenn Sie die vorab genannten fünf Kriterien erfüllen und jetzt noch ergänzen, wie der Recruitingprozess bei Ihnen aussieht, dann haben Sie gute Aussichten auf Bewerbungen. Es ist so einfach und wird doch so selten umgesetzt: Wer weiß, wie es nach der Bewerbung weitergeht, bewirbt sich einfach schneller. Ein klarer Ablauf schafft Sicherheit, ihn einzuhalten Vertrauen.
Erzählen Sie auf der Seite auch, wie später das Onboarding ablaufen wird und wie lange die Bewerber voraussichtlich auf eine Antwort warten werden. Damit haben Sie die Möglichkeit genutzt, Ihr Profil perfekt zu schleifen. Testen Sie unbedingt, ob man sich innerhalb von zwei bis drei Minuten bewerben kann, ob Ansprechpartner namentlich genannt werden und ob der Digitalisierungsgrad der Kanzlei klar erkennbar ist. Jede neue Stelle sollte eine strategische kleine Lawine an Social Media Postings mit der Aufforderung zum Bewerben, Teilen oder Fragenstellen auslösen, um Ihre einzigartige Position sichtbar zu machen.
Denn eine klare Positionierung wird auch bei der Mandatsgewinnung immer wichtiger: Mandanten googeln, Bewerber auch. Eine Karriereseite, die lediglich eine Liste oder gar Links von Stellenanzeigen abbildet, ist verschwendetes Potenzial. Sie sollten die Smoothie-Maschine im Heer der Obstkörbe sein - die Kanzlei mit den so spannenden Benefits, dass Bewerber den Freunden davon erzählen und Fachmenschen eine Stelle bieten, die von einer langen Zukunft genau dort träumen lässt. Das funktioniert nicht mit Listen von Anforderungen, sondern nur mit Einblicken und Authentizität und Kanzleien, die auch wirklich an den genannten Themen aktiv arbeiten.
Eine moderne Karriereseite kommuniziert als professioneller HR-Mitarbeiter: Sie informiert, orientiert und überzeugt. Sie zieht genau diejenigen an, die zur Kultur passen. Mit klarer Positionierung, Einblicken in die tatsächliche Arbeitsweise, Transparenz beim Gehalt und einem einfachen Bewerbungsprozess entsteht ein Profil, das wirkt.
Richten Sie eine Karriereseite ein, die mehr leistet als Stellenausschreibungen, nämlich mit Haltung, Bildern und echten Einblicken. Integrieren Sie anschließend jeden Text und jedes Element/Video in Ihre Content Strategie. So werden Sie von Kandidaten gefunden, die zu Ihnen passen und die vor allem von selbst auf Ihre Kanzlei zukommen. Viel Erfolg!
Über die Autorin:

Carola Heine ist gekommen, um zu schreiben. Die Marketingexpertin und IT-Journalistin gehört zu den Pionierinnen des deutschen Webs: Bereits 1996 stellte sie eines der ersten deutschsprachigen Blogs online. Seither vermittelt sie praxisnahes Fachwissen für Selbständige, Start-ups und Unternehmen – immer mit Blick auf den digitalen Wandel und die Bedürfnisse der Zielgruppe. Als erfahrene Content-Strategin, Autorin und Beraterin unterstützt sie ihre Kunden bei der Entwicklung von Online-Strategien, Blogkonzepten, SEO und Social Media. Ihre Texte, Workshops und Podcasts sind bekannt für Klartext, Humor und sofort umsetzbare Impulse.
