(2/2) Gen Z. Neue Talente, neue Spielregeln.

Published on December 18, 2025

Was die Gen Z von Arbeit erwartet – und warum das zählt.

 


1. Arbeit & Sinn.

Jobtitel und Gehalt allein beeindrucken nicht. Die Tätigkeit muss einen Beitrag leisten – für die
Gesellschaft, für das eigene Leben und für ein größeres Ganzes.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Steuerberatungen als Dreh- und Angelpunkt eines bspw.
transparenten, fairen und/oder nachhaltigen Finanzmanagements.

 

2. Faire Bezahlung & Wert.

Finanzielle Versprechen für „später“ ziehen nicht. Die Gen Z erwartet eine Vergütung, die Leistung und
Qualifikation sofort widerspiegelt – von Anfang an. Das Gehalt ist für die Gen Z dabei auch ein Zeichen
von Wertschätzung, in dem man den eigenen Wert erkennt.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Transparentes Kommunizieren von Einstiegsgehältern
und Gehaltsentwicklungsoptionen ab dem ersten Interview oder bereits in Stellenausschreibungen.

 

3. Balance & Anti-Burn-out.

Work-Life-Balance ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für die Gen Z. Freizeit, mentale Gesundheit
und persönliche Entwicklung sind zentrale Werte – und eben soviel Wert wie ein gutes Gehalt.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Aufzeigen von Prozessen und Strukturen, die eine 40h-
Woche gewährleisten (in der Überstunden die Ausnahme sind), Führen von Arbeitszeitkonten etc.

 

4. Sicherheit & Stabilität.

In unsicheren Zeiten sind ein stabiler Arbeitgeber und ein stabiler Arbeitsplatz, inkl. verlässlichem
Einkommen, ein überzeugendes Argument.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Keine „hire&fire“-Unternehmenskultur, Aufzeigen von
Entwicklungsoptionen und Karrierewegen, fehlerverzeihendes „tiral&error“-Mindset etc.

 

5. Selbstbestimmung & Flexibilität.

Feste Strukturen werden nur akzeptiert, wenn sie der Gen Z auch Raum für Mitgestaltung lassen. Denn sie wollen Einfluss nehmen – auf u.a. Arbeitsinhalte, -prozesse und -zeiten.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Mitspracherecht und (Mit-)Entscheidungsbefugnisse für
Talente, ihnen Gehör schenken und sie ernst nehmen, inkl. Kommunikation auf Augenhöhe etc.

 

6. Entwicklung & Entfaltung.

Karriere bedeutet für die Gen Z nicht nur Aufstieg, sondern auch persönliche Weiterentwicklung. Sie
sucht Räume, in denen sie wachsen und Expertise sammeln kann.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Aufzeigen von horizontalen und vertikalen Karrierewegen sowie von individuellen Entwicklungsmöglichkeiten, inkl. bspw. Wechsel von Bereichen etc.

 

7. Wertschätzung & Vertrauen.

Anerkennung ist für die Gen Z mehr als Lob. Ihnen geht es um gegenseitiges echtes Interesse, um
einander Zuhören und Verantwortung übertragen bzw. haben sowie von den Vorgesetzten und dem
Team ernst genommen zu werden.

Positionierungsansatz als Arbeitgebermarke: Kontinuierliches Feedback als Dauerschleife, Mini-
Feedback nach Meetings oder Projekten, Wertschätzung durch Worte und Taten (und Gehalt) etc.

 

 

FAZIT. Wer als Steuerberatung die Gen Z für sich gewinnen will, muss umdenken. Die Generation Z ist nicht bequem, aber sie ist (selbst)bewusst. Sie kennt ihren Wert und fordert nicht weniger als eine neue Arbeitskultur: transparent und flexibel, sicher und sinnstiftend. Für Unternehmen in der Finanz- und Steuerbranche bedeutet das: Wer sich öffnet, zuhört und bereit ist, der Gen Z (etwas) entgegenzukommen und sich (etwas) zu verändern, hat die Chance, eine neue Generation von Talenten für sich zu gewinnen, die viel zu bieten hat – fachlich, menschlich und gesellschaftlich.

 

 

Über die Autorin:

Dr. Meike Terstiege ist selbstständige Marketing- und HR-Beraterin, -Trainerin, -Autorin sowie Key Note-Speakerin. Als @DOCMARKETEER berät sie Unternehmen zu Strategischem Marketing, zu Personalmarketing und Recruiting sowie zu Generationen-Mix und altersdiversen Teams. Sie ist Herausgeberin und Autorin zahlreicher Fachbücher zu Marketing, HR und Recruiting. Zudem ist sie Vorstandsmitglied der Account Planning Group Deutschland (APGD) sowie Hochschuldozentin. Sie studierte Wirtschaftspsychologie an der Universität Mannheim, promovierte berufsbegleitend am Marketing-Lehrstuhl der TU Dortmund und war im Strategischen Marketing auf Unternehmensseite sowie auf Agenturseite tätig.

www.docmarketeer.de