
Mündliche Prüfung neu gedacht: KI-Simulation für Steuerfachangestellte
Mit der Neuordnung des Ausbildungsberufs zum 1. August 2023 wurde die mündliche Abschlussprüfung grundlegend umgestaltet – aus der klassischen Sachbearbeitung ist ein echtes Beratungsgespräch geworden. Wer hier souverän bestehen will, braucht mehr als Fachwissen: Es kommt auf trainierte Gesprächsführung an. Genau dafür gibt es jetzt eine neue KI-Prüfungssimulation, die das Mandantengespräch realistisch trainierbar macht – speziell für angehende Steuerfachangestellte. Mehr dazu unter mündlicheprüfung-steuerazubis.de.
Was sich mit der Neuordnung geändert hat
Wer seine Ausbildung ab dem 1. August 2023 begonnen hat, wird nach der neuen Steuerfachangestellten-Ausbildungsverordnung (StFachAngAusbV) geprüft. Das mündliche Prüfungsgebiet heißt nun „Mandantenberatung mitgestalten“ und macht 25 Prozent der Gesamtnote aus. Geprüft wird als Gesprächssimulation (§ 16 Abs. 3 StFachAngAusbV) – kein klassisches Abfragen von Fachwissen mehr, sondern ein realitätsnahes Mandantengespräch.
Was bedeutet „mandantenorientiertes Fachgespräch“ in der Praxis?
Das neue Format orientiert sich konsequent an der Realität moderner Steuerkanzleien. Bundessteuerberaterkammer und Deutscher Steuerberaterverband haben bei der Reform bewusst einen Schwerpunkt auf kommunikative Kompetenzen und digitale Prozesse gelegt. Beides spiegelt sich nun auch in der Prüfung wider.
In der Gesprächssimulation übernehmen die Prüfenden – Vertreter der Steuerberaterkammer, Berufsschullehrer und praktizierende Steuerberater – die Rolle der Mandantschaft. Sie schildern ein Anliegen, stellen Fragen und reagieren auf Ihre Antworten. Die Aufgabe: den Sachverhalt fachlich korrekt erfassen, eine Lösung entwickeln und diese so kommunizieren, dass der Mandant sie versteht.
Damit werden gleichzeitig mehrere Kompetenzen geprüft:
• Fachliche Tiefe: Kann man steuerliche Sachverhalte korrekt einordnen?
• Strukturierungsvermögen: Kann man unter Zeitdruck einen Lösungsweg entwickeln?
• Kommunikationsfähigkeit: Kann man Fachsprache mandantengerecht übersetzen?
• Beraterhaltung: Trit man professionell, höflich und verbindlich auf?
Wer fachlich brillant ist, aber bei Rückfragen ins Stocken gerät, stößt hier schnell an Grenzen. Umgekehrt rettet auch das beste Auftreten nicht über fachliche Lücken hinweg.
Warum die Vorbereitung so anspruchsvoll ist
Der schriftliche Teil lässt sich gut über klassische Lernmethoden vorbereiten. Für die mündliche Prüfung greifen diese Methoden zu kurz: Gesprächsführung lässt sich nicht aus einem Buch lernen. Wer noch nie in einer Prüfungssituation Mandantenfragen beantwortet hat, merkt im Ernstfall schnell den Unterschied zwischen „eine Antwort denken“ und „sie laut, strukturiert und unter Zeitdruck formulieren“.
Hinzu kommt: In den meisten Kanzleien sitzen Auszubildende noch nicht regelmäßig allein mit der Mandantschaft am Tisch. Vorbereitungskurse helfen zwar, sind aber meist auf wenige Termine beschränkt – und in einer Zwanzigergruppe kommt jeder Einzelne nur selten zu Wort.
Die KI-Prüfungssimulation: Realistisches Training für die mündliche Prüfung
Genau hier setzt die neue KI-Prüfungssimulation an – entwickelt von Oliver Molthan. Mit der Simulation wird erstmals ein Werkzeug verfügbar, das gezielt auf das neue mündliche Prüfungsformat zugeschnitten ist – ein echter Mehrwert für die gesamte Branche, denn realistisches Training für die Gesprächssimulation gab es in dieser Form bisher nicht. Die Simulation bildet die Gesprächssituation realitätsnah ab – Phase für Phase, exakt wie in der echten Prüfung:
- Einführung. Bevor es losgeht, erhalten Azubis eine kompakte Einführung in den Ablauf der mündlichen Prüfung: Was passiert wann, worauf achten die Prüfenden, wie ist die Bewertungslogik? So gehen sie nicht ins kalte Wasser, sondern wissen, was sie erwartet.
- Auswahl & Vorbereitung (15 Minuten). Die Azubis erhalten zwei praxisbezogene Mandantenfälle zur Auswahl – aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Sie wählen einen aus und haben anschließend 15 Minuten Zeit, sich Notizen zu machen, den Sachverhalt zu strukturieren und ihre Lösung vorzubereiten – genau wie in der echten Prüfung.
- Echte Gesprächssimulation mit der KI. Die KI übernimmt die Rolle der Mandantschaft. Sie schildert ihr Anliegen, hakt nach, stellt Rückfragen – nicht nach einem starren Skript, sondern dynamisch und realitätsnah. Die Azubis führen ein echtes Beratungsgespräch und müssen ihre Antworten genauso formulieren, wie es später in der Prüfung gefragt sein wird.
- KI-gestütztes Feedback. Im Anschluss erhalten die Azubis eine differenzierte Auswertung – fachlich (Was war korrekt? Wo lag man daneben?) und kommunikativ (Wie verständlich, strukturiert und mandantengerecht hat man argumentiert?). So weiß man konkret, woran man als Nächstes arbeiten sollte.
Pädagogisch wirksam ist vor allem die Routine im Formulieren. Es ist eine Sache, zu wissen, wie der Vorsteuerabzug funktioniert. Eine ganz andere ist es, ihn einer Kioskbesitzerin in zwei Minuten so zu erklären, dass sie nickt und versteht, was zu tun ist. Genau diese Übersetzungsleistung macht in der neuen mündlichen Prüfung den Unterschied – und sie wird mit jedem simulierten Gespräch besser.
Fazit
Die mündliche Abschlussprüfung hat sich mit der Neuordnung 2023 grundlegend gewandelt. Aus der Sachbearbeitung wurde ein echtes Beratungsgespräch – näher an der Kanzleirealität, aber auch deutlich anspruchsvoller in der Vorbereitung.
Wer souverän bestehen will, braucht zweierlei: solides Fachwissen und trainierte Gesprächsführung. Mit der KI-Prüfungssimulation auf mündlicheprüfung-steuerazubis.de hat man ein Werkzeug, das einem genau das ermöglicht, was einem sonst niemand bietet: realistisches Üben unter Prüfungsbedingungen – mit individuellem Feedback. Die Prüfungssaison kommt schneller, als man denkt.
Über den Experten:

Oliver Molthan begann mit der Ausbildung zum Steuerfachangestellten, gefolgt von einigen intensiven Jahren in der Kanzleipraxis. Dort habe ich die Grundlagen gelernt, die mich bis heute prägen: Genauigkeit, Durchhaltevermögen – und dass Ausbildung weit mehr ist als reines Fachwissen.
Anschließend habe ich Berufsschullehramt studiert und mich auf Steuerrecht und Rechnungswesen spezialisiert. In Bremen durfte ich viele Jahre als Berufsschullehrer, später als Bildungsgangleiter den Bildungsgang Steuerfachangestellte mitgestalten. Parallel dazu habe ich in Prüfungsausschüssen der Steuerberaterkammer und in der Expertenkommission der Kultusministerkonferenz (Neuordnung der Ausbildung) mitgewirkt – immer mit dem Ziel, die Ausbildung moderner, praxisnäher und zukunftsfähiger zu machen.
Mit Steuer-Azubis.de habe ich schließlich meinen eigenen Weg eingeschlagen: eine digitale Lernplattform, die Auszubildende und Kanzleien bundesweit unterstützt. Für mich bedeutet Ausbildung nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Zukunft zu gestalten – und genau dafür setze ich mich mit voller Leidenschaft ein.
www.steuer-azubis.de
