(1/2) Kanzlei-Controlling neu gedacht: Mehr Transparenz, bessere Entscheidungen

Published on April 29, 2026

Ausgangssituation: Digitalisierung vorhanden – Steuerung oft nicht

Viele Steuerkanzleien sind heute digital gut aufgestellt. Belege laufen digital ein, die Zusammenarbeit mit Mandanten funktioniert zunehmend cloudbasiert, und auch interne Prozesse werden effizienter. Und trotzdem bleibt eine zentrale Frage oft unbeantwortet: Wie steuern wir unsere Kanzlei eigentlich wirklich? Denn während die operativen Prozesse digital sind, basiert das Controlling in vielen Fällen noch auf Einzel-Auswertungen, Excel-Dateien oder Erfahrungswerten. Das funktioniert im Alltag – stößt aber schnell an Grenzen, sobald die Kanzlei wächst, mehr Mitarbeiter beschäftigt oder die Mandantenstruktur komplexer wird.

 

Typische Herausforderungen im Kanzleialltag

In der Praxis zeigt sich das sehr deutlich. Viele Kanzleien stehen regelmäßig vor ähnlichen Herausforderungen: Warum ist ein Monat wirtschaftlich schwächer als der vorherige? Welche Mandate sind tatsächlich profitabel – und welche binden überproportional viele Ressourcen? Wie produktiv sind unsere Mitarbeiter wirklich, und woran messen wir das überhaupt? Welche Leistungen lohnen sich wirtschaftlich – und welche eher nicht? Die Antworten auf diese Fragen sind in der Regel vorhanden, aber sie sind oft nicht schnell genug greifbar. Häufig müssen sie erst aus verschiedenen Systemen zusammengesucht, manuell aufbereitet und interpretiert werden. Genau hier setzt modernes Kanzlei-Controlling an.

 

Vom Reporting zur aktiven Steuerung

Während klassisches Reporting vor allem die Vergangenheit abbildet, geht modernes Controlling einen Schritt weiter. Es schafft die Grundlage für Entscheidungen im Hier und Jetzt. Ein Ansatz, der sich dabei zunehmend etabliert, sind interaktive Controlling-Dashboards. Sie bündeln relevante Daten an einem Ort und ermöglichen es, diese flexibel auszuwerten und direkt im Alltag zu nutzen. Ein gut aufgesetztes Kanzlei-Controlling-Dashboard kann dabei als zentrale Steuerungsinstanz dienen, die komplexe Zusammenhänge verständlich visualisiert und jederzeit einen aktuellen Überblick ermöglicht. Statt Aussagen wie „Das schauen wir uns nächste Woche einmal genauer an“ entsteht eine neue Dynamik: „Wir sehen sofort, woran es liegt.“ Genau diese Geschwindigkeit macht im Kanzleialltag den Unterschied.

 

Die 360°-Perspektive und mehr im kommenden zweiten Teil des Beitrags.

 

 

Über den Experten:

Maximilian Schoichet verfügt über langjährige Erfahrung in der Jahresabschlussprüfung sowie in der Digitalisierung im Asset Management.

Als Referent für Excel und Power BI verbindet er fachliches Know-how mit praxisnaher Wissensvermittlung und unterstützt Unternehmen sowie Kanzleien dabei, datenbasierte Entscheidungen effizient umzusetzen.

Er ist mehrfach zertifizierter Microsoft Excel Experte, Autor des Fachbuchs „Excel-Tipps für die Jahresabschlussprüfung“ (IDW-Verlag) sowie Co-Autor mehrerer Beiträge in WP Praxis (NWB-Verlag).

Als Gründer und Geschäftsführer der PlusReporting UG entwickelt er spezialisierte Controlling-Lösungen für Steuerkanzleien und Unternehmen mit Fokus auf interaktive Dashboards und automatisierte Auswertungen.


www.plusreporting.de