
(2/2) Brauchst du auch immer Urlaub vom Urlaub?
Was du konkret anders machen kannst
Du musst deine Kanzlei nicht über Nacht umbauen. Das wäre reine Utopie. Aber du kannst deinen Urlaub als Testlauf nutzen. Vier Ansatzpunkte:
- Übergeben statt abarbeiten. Die Woche vor dem Urlaub verbringen die meisten damit, alles wegzuarbeiten, was nur sie können. Dreh das um: Nutze die Woche, um genau diese Dinge einmal zu dokumentieren und zu übergeben. Frag dich bei jeder Aufgabe: „Warum kann das gerade nur ich?" Die Antwort ist deine To-do-Liste – nicht für diesen Urlaub, sondern für die nächsten zwölf Monate.
- Entscheidungsrahmen definieren. Der häufigste Grund für Rückfragen im Urlaub ist nicht fehlendes Können, sondern fehlende Erlaubnis. Dein Team fragt, weil es nicht weiß, was es ohne dich entscheiden darf. Leg vorher fest: Bis zu welcher Größenordnung entscheidet das Team selbst? Welche drei, vier Situationen rechtfertigen einen Anruf und welche Situation ist nicht dringlich oder wird eigenständig gelöst? Ein klarer Rahmen ersetzt die ganzen Einzelfragen und verhindert, dass du dich auf einmal mit kaputten Elektrosäulen auseinandersetzen musst.
- Wissen sichtbar machen. Die Rückfragen, die dich im Urlaub erreichen, sind Gold wert. Sie zeigen dir exakt, wo Wissen nur in deinem Kopf liegt. Sammle sie. Jede Frage, die dich erreicht, gehört nach dem Urlaub in eine Anleitung, eine Checkliste, ein kurzes Video. So wird jeder Urlaub zum Diagnosewerkzeug: Er deckt die Lücken auf, die du dann Stück für Stück schließt.
- Den Wiedereinstieg planen. Der erste Tag zurück entscheidet, ob du direkt im Hamsterrad landest oder nicht. Ich hab mir diesen immer komplett geblockt. Keine Mandantentermine, keine 200 Mails am Stück. Stattdessen: ein strukturierter Überblick, was in deiner Abwesenheit passiert und wie es gelöst wurde. Am besten holt sich dein Team diese Info schon während deiner Abwesenheit zusammen, statt sie dir am Tag eins entgegenzuwerfen. Ein ruhiger Wiedereinstieg sollte kein Luxus sein. Außerdem kannst du deinem Team den Raum geben, zu wachsen und sich (und ihre Arbeit) zu zeigen. Das ist aus Leadership-Perspektive vielleicht sogar der viel größere Aspekt.
Der eigentliche Gewinn
Das Ziel ist nicht der perfekte ungestörte Urlaub. Das Ziel ist eine Kanzlei, die nicht mehr komplett von dir abhängt und der Urlaub ist nur der Moment, an dem du das testen und trainieren kannst. Wenn du es ernst meinst mit einer zukunftsfähigen Kanzlei, dann ist das hier kleine Sache, die man mal eben aushält, sondern von Struktur und Kanzlei-Wert. Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Die Frage ist nur, ob du ihn wieder als Ausnahmezustand erlebst oder als das, was er sein sollte: der Test, den deine Kanzlei irgendwann mühelos besteht.
Einen kostenlosen Test gibt es hier (anonym und ohne Datenspeicherung):
https://www.juliakounlavong.com/kanzleiwert
Über die Expertin:

Julia Kounlavong ist Unternehmerin und Employer Brand Beraterin mit über 10 Jahren Erfahrung. Sie hat u.a. die Arbeitgebermarke für Amazon in 5 europäischen Ländern aufgebaut und hochskaliert. Aktuell bietet sie Beratungen und Workshops für Unternehmen an, die ihre Employer Brand erstellen und im Unternehmen verankern wollen. Zudem unterstützt sie mit einer Software dabei die Bindung von Mitarbeitenden zu erhöhen. Cully ist das Onboarding Tool und die verlängerte Werkbank um mit wenig Aufwand die Employer Brand in die DNA zu integrieren.
