
(1/2) Warum Steuerkanzleien in Social Media vertreten sein sollten: Vorteile und Potenziale
Kennen Sie die drei berühmten Sätze, die in vielen Kanzleien immer noch für Social Media Aktivitäten abgerufen werden können, ohne dass die Zuständigen mit der Wimper zucken? „Dafür haben wir keine Zeit“, begleitet von „wir haben doch mehr als genug Mandate“ und wuchtig im Abgang dann noch „bei uns möchte niemand vor der Kamera tanzen“. Oder ähnlich. Denn die Sozialen Medien werden immer noch verwechselt mit einem Zeitvertreib für junge Leute und tatsächlich ist es nicht einfach, Menschen zu finden, die sich gerne mit verbindlichen Aussagen online in Videos zeigen.
Dabei bieten die Social Media sehr viele spannende Möglichkeiten und die strategische Relevanz für moderne Steuerkanzleien ist nicht zu unterschätzen. Die Zeit, die Sie ins Social Media Marketing stecken, holen Sie mühelos an anderen Stellen wieder herein. Wir nennen Ihnen die fünf wichtigsten Aspekte, die Sie bei Ihren Überlegungen nicht vernachlässigen sollten, wenn das nächste Mal jemand vorschlägt, dass Sie Ihre Kanzlei auf Instagram präsentieren oder TikTok testen.
Employer Branding: In den visuellen Medien können Sie ein spannenderer Arbeitgeber sein als Großkanzleien
Einblicke ins Kanzleileben, die Sie in den Sozialen Medien gewähren, prägen naturgemäß Ihr Image als Arbeitgeber – selten können Sie es so sorgfältig dosieren und auswählen, welche Aspekte Sie nach vorne stellen möchten. Das Recruiting von Azubis oder dualen Studenten sieht nun mal anders aus als das, wenn Sie auf bestimmte Bereiche spezialisierte Fachkräfte suchen und hier können Sie das berücksichtigen oder kombinieren.
Bewerberinnen und Bewerber entscheiden sich schon lange für Arbeitgeber nicht mehr allein aufgrund von Gehalt und Standort. Sie achten auf Werte, Atmosphäre und Entwicklungsmöglichkeiten. Social Media bietet die Chance, genau diese weichen Faktoren sichtbar zu machen: Eine Kanzlei, die auf LinkedIn oder Instagram Einblicke in den Alltag, das Team oder besondere Projekte gibt, zeigt Persönlichkeit – und hebt sich von anonymen Mitbewerbern ab.
Posts über Teamevents, flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildungen oder Erfolgsgeschichten von Mitarbeitenden sowie Statements von Partnern oder Azubis erzeugen Nahbarkeit und Identifikation. Employer Branding oder der Aufbau eines guten Images als Arbeitgeber ist plattformübergreifend: Sie sollten von Website über Kanzlei-Blog bis Businessplattformen und Social Media Apps die gleiche Anmutung und Botschaft verbreiten. Denn eines ist klar: Interessierte Kandidaten werden recherchieren und sich alles anschauen, was sie finden.
Strategische Akquise: Sie sind gut ausgelastet … aber haben Sie auch die richten Mandate, die Ihre Kanzlei langfristig weiterbringen?
Statt beliebige Mandate einzusammeln, könnten Sie identifizieren, welche Eigenschaften bestehende Kunden zu lukrativen Mandaten macht oder zu solchen, die sich zu spannenden Spezialisierungen ausbauen lassen. Die Sozialen Medien sind ideal, um straff zugespitzte Zielgruppen ohne große Streuungsverluste anzusprechen, denn alle Apps und Plattformen haben Algorithmen, die Menschen jene Themen näher spielen, die diese interessieren. Auch Branchen, Berufe, Herausforderungen.
Menschen informieren sich online, bevor sie eine Kanzlei kontaktieren. Entscheidungen werden nicht nur über Fakten und Expertise getroffen, sondern auch über Emotionen und Vertrauen. Mit einem aktiven Social Media Kanal und den passenden Inhalten nehmen Sie die Abkürzung dahin.
Besonders Plattformen wie LinkedIn oder Facebook eignen sich für Kanzleien, um Fachwissen zu teilen, häufige Fragen zu beantworten oder auf spezifische Themen aufmerksam zu machen – etwa zur Digitalisierung der Buchhaltung einer bestimmten Branche, steuerlichen Förderung in Sonderfällen oder Nachfolgeplanung. Diese Sichtbarkeit kann direkt zu Anfragen von passenden Mandaten führen. Wer regelmäßig Inhalte veröffentlicht, positioniert sich als kompetenter Ansprechpartner. Auch ohne klassische Werbemaßnahmen, denn die Gruppen in Social Media Apps sind die neuen „Gelben Seiten“.
Mehr zu dem Thema in Teil 2 des Beitrags!
Über die Autorin:

Carola Heine ist gekommen, um zu schreiben. Die Marketingexpertin und IT-Journalistin gehört zu den Pionierinnen des deutschen Webs: Bereits 1996 stellte sie eines der ersten deutschsprachigen Blogs online. Seither vermittelt sie praxisnahes Fachwissen für Selbständige, Start-ups und Unternehmen – immer mit Blick auf den digitalen Wandel und die Bedürfnisse der Zielgruppe. Als erfahrene Content-Strategin, Autorin und Beraterin unterstützt sie ihre Kunden bei der Entwicklung von Online-Strategien, Blogkonzepten, SEO und Social Media. Ihre Texte, Workshops und Podcasts sind bekannt für Klartext, Humor und sofort umsetzbare Impulse.
