
(2/3) Die Basics in einer Stellenanzeige – worauf es wirklich ankommt
Aufgabenbeschreibung – realistische Einblicke statt Worthülsen
Der dritte Teil deiner Anzeige sollte den Arbeitsalltag greifbar machen. Und das gelingt nur, wenn die Aufgabenbeschreibung ehrlich, konkret und nachvollziehbar ist. Leider trifft man hier häufig auf leere Phrasen: „Sie übernehmen Verantwortung für Projekte und Prozesse“ sagt alles – und gleichzeitig nichts.
Eine gute Aufgabenbeschreibung erzählt, was die tatsächlichen Tätigkeiten in diesem Job sind. Welche Systeme genutzt werden. Welche Aufgaben regelmäßig anfallen. Wie viel Eigenverantwortung gegeben ist. Ob es viel Abstimmung mit anderen Abteilungen gibt und/oder eigenständiges Arbeiten gefragt ist.
Und ja: Auch weniger beliebte Aufgaben dürfen und sollen erwähnt werden. Nicht, um Bewerber*innen zu vergraulen, sondern um ein realistisches Bild zu vermitteln. Genau das sorgt dafür, dass sich die Richtigen angesprochen fühlen. Das Prinzip nennt sich Selbstselektion: Wer sich im beschriebenen Arbeitsalltag wiedererkennt, fühlt sich eingeladen. Wer merkt, dass das nicht passt, bewirbt sich nicht – und das ist gut so.
Ein weiterer Vorteil: Realistische Aufgabenbeschreibungen reduzieren spätere Enttäuschungen – und damit Kündigungen in der Probezeit. Ehrlichkeit rechnet sich langfristig.
Anforderungen – bitte nicht übertreiben
Du willst die Besten. Klar. Aber du bekommst sie nicht, wenn du mit einer überladenen Wunschliste abschreckst. Leider sind viele Anforderungskataloge genau das: abschreckend.
Denn gerade Menschen mit hohem Anspruch an sich selbst bewerben sich nicht, wenn sie nicht alles erfüllen. Wer also eine ellenlange Liste mit Muss-Kriterien schreibt, verliert wertvolle Talente.
Deshalb gilt: Weniger ist mehr. Mach dir vorher klar, welche Fähigkeiten, Qualifikationen oder Erfahrungen wirklich erforderlich sind. Und was einfach nur „nice to have“ wäre.
Besser ist es, die Anforderungen in sinnvolle Gruppen zu gliedern: z. B. fachliche Voraussetzungen, persönliche Eigenschaften und methodische Kompetenzen.
Und vor allem: Vermeide leere Buzzwords. „Teamfähigkeit“, „Belastbarkeit“, „Eigenverantwortung“ Das schreiben alle und niemand weiß, was das im Alltag bedeutet.
Tipp: Arbeite mit deinem Fachbereich gemeinsam heraus, was wirklich zählt – und was bloß Gewohnheit ist.
Lesen Sie mehr dazu in dem demnächst folgenden Teil!
Über die Autorin:

Madeleine Kern lebt und liebt herausragende Personalarbeit und gründete 2019 ihr eigenes Unternehmen “Personalmarketing Kern”.
Sie hat mit ihrem Wirtschaftsstudium an den Universitäten in Frankfurt am Main und Hohenheim die Grundlagen für einen erfolgreichen Weg in den Personalbereichen verschiedener Firmen wie Horváth&Partners, Thales, Festo und Daimler gelegt.
Mit großer Leidenschaft unterstützt Madeleine heute kleine, mittlere und große Unternehmen mit individuellen Workshops und Beratung, deren Stellenanzeigen und die Arbeitgebermarke zu optimieren, sich bestmöglich bei potenziellen Bewerbern zu positionieren und somit die passenden Kandidatinnen und Kandidaten zu finden.
Ihre große Vision ist es, das Personalmarketing in Deutschland zu verbessern, damit Arbeitgeber Freude an der Personalsuche haben und das Bewerben Spaß macht.
