Microsoft Teams bekommt Standortanzeige – Datenschutzbedenken inklusive

Published on October 27, 2025

Ab Dezember 2025 soll Microsoft Teams eine neue Funktion erhalten, die automatisch anzeigt, wo sich Mitarbeitende gerade befinden – im Büro (WLAN des Arbeitsplatzes) oder im Homeoffice. Laut einem Bericht von Techradar, der sich auf die öffentliche Microsoft-365-Roadmap beruft, soll die Standortanzeige ohne manuelle Eingabe aktualisiert werden.

Ziel sei es, Kolleginnen und Kollegen zu zeigen, wer gerade vor Ort ist, um spontane persönliche Treffen zu erleichtern. Kritiker sehen darin jedoch eine potenzielle Überwachungsfunktion, mit der Unternehmen nachvollziehen könnten, wer im Büro und wer remote arbeitet.

Die Debatte fällt in eine Phase, in der viele Unternehmen ihre Homeoffice-Regelungen überdenken und wieder stärkere Präsenz im Büro fordern. Gerade in großen Organisationen ist es oft schwer, die Anwesenheit zu überprüfen – was der neuen Teams-Funktion eine gewisse Brisanz verleiht.

Auch Microsoft selbst hat im September 2025 neue Richtlinien eingeführt: Beschäftigte, die innerhalb von 80 Kilometern zum jeweiligen Bürostandort wohnen, sollen ab Februar 2026 mindestens drei Tage pro Woche im Büro arbeiten. Der Konzern begründet das mit dem Argument, dass physische Zusammenarbeit zu besseren Ergebnissenführe.

Parallel dazu hat Microsoft weitere Tools vorgestellt, die das Arbeitsverhalten analysieren – etwa das Copilot-Dashboard, das aufzeigt, wie intensiv Mitarbeitende KI-Funktionen in Microsoft-Software nutzen. Offiziell soll das helfen, die Akzeptanz von KI im Unternehmen zu messen.

Ob die neue Standortfunktion in Teams nach Zustimmung der Nutzer deaktiviert oder eingeschränkt werden kann, ist bislang nicht bekannt.

Auch mit der EU-Kommission stand Microsoft zuletzt in der Kritik: 2023 leitete Brüssel ein Verfahren ein, um zu prüfen, ob die enge Integration von Teams in Office einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Nach einer Entkoppelung von Office und Teams – inklusive angepasster Preisstruktur – wurde der Streit im September 2025 beigelegt, ohne dass Microsoft eine Strafe zahlen musste.